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Wildpark-Mitarbeiter Heinrich Greifenstein mit dem narkotisierten Luchs

Luchs entlaufen – und wieder eingefangen!
Chronologie der Ereignisse

Am Mittwoch, dem 22. Februar 2017 waren letztmalig sicher alle 5 Luchse bei einer Fütterung festgestellt worden. Am Donnerstag (23. Februar) erschienen nur 4 Luchse bei der Fütterung (was erst einmal nicht ungewöhnlich ist, da häufiger einzelne Tiere bei der Fütterung fehlen). Als am Freitag (24. Februar) wieder nur 4 Tiere erschienen, wurde eine erste genaue – und vergebliche – Suche im Gehege durchgeführt (es wäre ja auch denkbar gewesen, dass ein Tier verletzt oder tot im Gehege gelegen hätte).
Auch am Wochenende gab es keinen Hinweis auf den Luchs. Deshalb wurden am Montag (27. Februar) und am Dienstag (28. Februar) verschiedene Behörden und Stellen informiert (Kreis Soest, Ordnungsämter und Polizeibehörden der eventuell betroffenen Städte und Kreise).
Die erste sichere Sichtung des Luches gab es am Mittwoch, dem 1. März. Thorsten Hemker beobachtete (und fotografierte) den Luchs in der Nähe der Warsteiner Brauerei.
Am Freitag, dem 3. März wurde der Luchs erneut in der Nähe der Brauerei gesehen. Er hatte dort ein Reh gerissen und war von Norbert Enste (und seinem Hund) am Riß beobachtet worden. Daraufhin gab es am Riß ein Treffen von Heinrich Greifenstein (Wildpark), Jörg Pahl (Waldrouten-Ranger) und Henning Dictus (zuständiger Förster der Stadt Warstein). Es wurde auch eine Falle aufgestellt – und sogar der Luchs gesellte sich am Ende zu der versammelten Runde...
Abends ging ein Anruf vom Pförtner der Brauerei ein, der berichtete, dass er den Luchs mehrfach auf den Überwachungskameras der Brauerei erspäht hatte. In der Nacht von Freitag auf Samstag hatte der Luchs auch die Falle aufgesucht, von außen gekratzt – also am Köderfleisch Interesse gezeigt. In die Falle gehen wollte er aber nicht. Das lag sicherlich auch daran, dass der Wildpark über keine eigentliche Luchsfalle verfügt. Eine solche ist sehr groß, hätte von weither ausgeliehen werden müssen und hätte auch Transportprobleme verursachen. Dennoch wurde am Wochenende überlegt, eine solche Falle selber zu bauen, da es ja wahrscheinlich war, dass sich der Luchs immer wieder sehen lassen würde.
Am Sonntagabend gab es dann erneut eine Luchs-Sichtung in der Nähe der Warsteiner Brauerei. Der dortige Jagdpächter Schräder hatte den Luchs erblickt und Wildpark-Mitarbeiter Heinrich Greifenstein informiert. Zufällig war auch Bertram Mestermann, 2. Vorsitzender des Bilsteintal e.V. in der Nähe, so wurde gemeinsam zur Stelle der letzten Sichtung gefahren. Das herannahende Auto vertrieb den Luchs zwar zuerst, aber nach kurzem Suchen (und Rufen – er kennt ja schließlich den Mitarbeiter, der regelmäßig Futter vorbeibringt!) war der Luchs wiedergefunden. Nun musste entschieden werden, ob – kurz vor Einbruch völliger Dunkelheit – ein Narkoseversuch sinnvoll erschien; Narkose wirkt ja nicht sofort und eine Suche nach dem geflüchteten Luchs bei völliger Dunkelheit ist schwierig. Da der Luchs aber sehr ruhig und unaufgeregt erschien, wurden Blasrohr und Narkosepfeil fertig gemacht und der Luchs mit einem gezielten Blasrohr-Schuss von Heinrich Greifenstein aus wenigen Metern Entfernung getroffen und in den Narkoseschlaf versetzt. Der Luchs sprang nur wenige Meter ab, konnte aufgrund seiner leuchtenden Augen sofort gefunden und in einer Plane zum Auto transportiert werden. Der schlafende Luchs wurde zurück ins Gehege gebracht, wo er zuerst einmal im abgeteilten kleineren Bereich des Luchsgeheges allein blieb. (Als 2012 schon einmal ein entlaufener Luchs narkotisiert worden war, hatte der Tierarzt geraten, den schlafenden Luchs nicht direkt zu den anderen Luchsen zu setzen, weil es eventuell zu aggressivem Verhalten der Luchse gegenüber dem schlafenden Artgenossen kommen könne.)
Nachdem der Luchs allerdings erwacht und wieder zu sich gekommen war, wurde er noch am Sonntagabend ins große Gehege gelassen, um ihm weiteren Stress (Gefangenschaft auf engerem Raum) zu ersparen. Nach 10 Tagen Aufregung um den entlaufenen Luchs ist diese Geschichte am Sonntagabend also zu einem guten Ende gekommen.
Der Bilsteintal e.V. dankt allen mittelbar und unmittelbar Beteiligten, Luchs-Beobachtern, Hinweisgebern, Tierärztin Frau Dr. Weber (die im Hintergrund mit ihrem fachlichen Wissen geholfen hat) – und vor allem seinem Mitarbeiter Heinrich Greifenstein, der in diesen Tagen unermüdlich daran gearbeitet hat, den entlaufenen Luchs wieder einzufangen! Schön, dass es dann tatsächlich auch ihm selbst gelungen ist, den Luchs zu narkotisieren und ins Gehege zurück zu bringen! Danke!

 
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